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Einst waren das die zentralen und mittelwestlichen Gebiete der Rzeczpospolita, heute liegen sie in Ostpolen. Es ist dies ein wirtschaftliches, wunderschönes Land, das hübsche Aussichten bietet und wichtige, patriotische Traditionen aufweist. Seit der Zeit der Teilungen wurden diese Gebiete allerdings durch die Besatzer systematisch degradiert und deswegen sind sie heute als „Polen B“ bekannt. Zum Glück ist dieser Umstand heute aber bereits Geschichte und Ostpolen erblüht sowohl wirtschaftlich als auch kulturell aufs Neue.

Der herausragende Meisterfotograf Adam Bujak hat sich auf den Weg gemacht, ganz Ostpolen durchquert und es dabei auf atemberaubenden Bildern verewigt. Die Frucht seiner jahrelangen Arbeit ist dieser gewaltige Bildband. Auf 440 Seiten wurden 177 Orte, verschiedene Landschaften, Naturphänomene, Burgen, Schlösser, Kirchen und nationale Denkmäler festgehalten, allerdings fehlt es auch nicht an Fotos, die zahlreiche Bräuche, Sitten und Menschen beim Verrichten ihrer schweren Arbeit zeigen. Insgesamt befinden sich 600 Bilder in diesem monumentalen Buch!

Zu erwähnen ist auch das originelle Essay vom langjährigen Drohiczyner Bischof Antoni Pacyfik Dydycz, der nicht nur Geistlicher ist, sondern auch den Doktortitel der Geschichtswissenschaften trägt und sein ganzes Leben mit den wunderschönen Gebieten Ostpolens verbunden ist.

POLEN KANN ÜBERALL SEIN 7

NATUR 32

DORFLEBEN 80

ARBEIT 108

STADT 136

HOLZ-ARCHITEKTUR188

SACRUM 210

BRÄUCHE 287

BURGEN 334

SCHLÖSSER 360

KREUZE AM WEGESRAND 376

EINE NATION DANKT IHREN DICHTERN 390

IN MEMORIAM402

 

Abschied vom Grenzland

Die Entscheidungen der Führer der Siegesmächte waren nach der Niederlage Hitlerdeutschlands vor allem durch Interessesicherung für Sieger gekennzeichnet.

Sehr viel hat an dem Zweiten Weltkrieg die Sowjetunion gewonnen. Ich meine territoriale Vorteile, weil das Grenzland Polens und Vilniuser Gebiet zur Sowjetunion kamen.

Diese Gebiete und die sie bewohnenden Menschen bildeten die Ganzheit, sie bildeten Polen bis zur Dritten Teilung der Republik. Trotz der Teilungen schuf das Grenzgebiet immer wieder ein geistiges und kulturelles Ganzes. Im XIX. Jahrhundert machte man sich Hoffnung auf baldige kulturelle und geistige Erneuerung. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es nur teilweise zur Erneuerung, weil bald der Zweite Weltkrieg ausbrach. Das Jahr 1945 machte die vergangenen Zeiten ungeschehen. Es begann die Völkerwanderung, also Umsiedlung der Menschen vom Grenzland auf die neuen Gebiete Polens.

Es darf nicht vergessen werden, dass im Halitscher-und Kiewer Land der Aufenthalt in Kiew von König dem Tapferen in Erinnerung behalten war, und zwar dank dem Schwert [„Szczerbiec“ – schartiges Schwert genannt], mit dem der König an das Tor von Kiew prallte, wodurch das Schwer schartig geworden ist.

Dort hielt sich der HL. Hyazinth auf, der vor den Polowzern flüchtend die Statue der Heiligen Mutter Maria und Eucharistische Gestalten gerettet hat. Ganze Jahrhunderte lang hat die polnische Armee die Sicherheit dieses Landes bewacht, sehr oft forderte das viele Opfer, angefangen von den tatarischen über türkischen bis hin zu den russischen Einfällen. Aus diesen Ländern kamen Könige, Heerführer, Schriftsteller und Dichter.

Und obwohl nach dem Ersten Weltkrieg nur ein Teil der ehemaligen Rus Polen zugefallen ist, lohnt es sich zu merken, dass die Ukrainer den Namen Rus gegen den polnischen Namen Ukraine getauscht haben. Russland berief sich seit langem auf die Ähnlichkeit dieser Länder und es deutete gleichzeitig irrtümlich an, dass diese Gebiete die gleiche Identität haben. Die Ukrainer wollten keine Rus sein, weil sie es mit Russland assoziierten, sie wollten nicht dem ehemaligen Imperium angehören.

Viele summten mit Sehnsucht das Lied:

Wenn man Adler wäre, Falkenblick hätte,

Über Podolien flöge, jenes Leben leben könnte

Die ukrainischen Dumka – Lieder haben der gemeinsamen Literatur angehört.

Wird heutige Gegenwart dauerhaft sein? Die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht, aber es ist wichtig, dass man imstande ist, anknüpfend an Jahre gemeinsamer Kultur und der historischen Erfahrungen, den durch den Feind eingeprägten Hass loszuwerden. Und zuweilen imstande zu sein, gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen und ein Dumka-Lied zu singen.

Das Grenzland ist nicht nur die Ukraine. Das ist auch jetziges Weißrussland. Darf man das Land von Mickiewicz, Kościuszko, Traugutt und sogar von Großeltern und Urgroßeltern vieler Landsleute, die nach 1945 im Westen oder Norden Polens ihren Wohnsitz fanden, vergessen?

Der Fluss Nemunas rauscht voll von Sehnsucht immer noch, als ob er vergangene Jahrhunderte zurück brächte.

Möge die Sehnsucht die Gegenwart erreicht haben und so lange wie möglich überdauern.

Auch dank der Dichtung von Stanisław Baliński, der die Nowogrudok-Region

zur Erinnerung bringt:

Der Nowogrudok Boden ist einsam

Kein Weizen wird hier reichlich geboren

Es blinzeln hier keine Huzulen und Podhale-Stickereien

Aber ein Geheimnis besitzt sie, o, das ist keine Ketzerei –

Es summt, es jammert, es spielt hier die Poesie

Sie stöhnt auf Weißrussisch und auf Polnisch singt

Von den feindlichen Armeen konnte sie getreten und verbrannt werden

Kinder entführen könnte man ihr, ihre Häuser zerstören

Gedrückt hundertmal, hundertmal reift sie

Sie summt auf Weißrussisch und auf Polnisch singt…

 

Diese kulturelle Harmonie hat ihre Anziehungs- und Bindungskraft. Das empfunden wird während der gegenseitigen Besuche. Ich setze große Hoffnung darauf, dass Weißrussland, das die Unabhängigkeit errungen hat, zu einem unserer nächsten Nachbarn wird, wie es einst der Landadel erfahren hat. Es war Wand an Wand, die nächste Nähe. Das Gefühl der Verbundenheit und Nähe kam man gegenseitig austauschen. Eben deshalb, da wir gewisse Bräuche und Traditionen gemeinsam bildeten, die sich mit ihrer reichen Botschaft eingewurzelt haben.

Umso mehr, dass es uns mit Weißrussland so nah zu Vilniuser Gebiet ist. Litauen wollen wir auch nicht vergessen. Gott sei Dank, genießt es die Freiheit. Mit Litauen haben wir viel erlebt. Zusammen strebten wir nach Freiheit. Vilniuser Gebiet ist uns sehr nah wegen des fest eingewurzelten Polentums. Das heißt keinesfalls, dass wir es abreißen wollen. Ganz im Gegenteil, wir wünschen, dass sich unsere Zusammenarbeit mit der litauischen Behörde gut gestaltet. Wir wünschen gegenseitiges Verständnis und Achtung. Unseren Landsleuten in Vilnius wünschen wir, dass sie die alten Bräuche unserer Väter pflegen.

Ich erinnere mich daran, als ich vor Jahren – das war die Zeit, als der Heilige Vater vorhatte, sich nach Litauen, Lettland und Estland zu begeben – mit dem Bischof Stanisław Dziwisz telefonierte. Ich war damals in Rom. Der Bischof Dziwisz lud mich zum Abendessen zum Papst Johannes II. nach Castel Gandolfo ein. Ich fuhr… Ich war verklemmt. Ich wusste, dass das ein Gespräch über Litauen sein wird. Ich erzählte, was ich wusste. Ich berichtete über die Beziehungen zwischen der litauischen Regierung und Polen. Die Rede war über Kultur, gegenwärtige Entwicklungstendenzen. Ich muss gestehen, dass ich in meinem Leben nie einen solchen Menschen traf, der so hören konnte und durch seine Fragen ein Thema andeutete. Nachdem das Abendessen zu Ende gegangen war, begleitete mich der Heilige Vater zur Tür und zum Abschied stellte er mit Wehmut oder vielleicht mit Verwunderung fest: Wie könnte es geschehen, dass ich dort nie gewesen bin. Der Heilige Vater reiste doch so gerne. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war er 19 Jahre alt. Ich nahm bei diesem Treffen wahr, dass der Heilige Vater geistig mit unserem Grenzland lebte und es in Erinnerung behielt.

Manche von den vom Grenzland kommenden Schriftstellern und Dichtern bekennen mit dem großen Bedauern, dass sie in ihre Heimat nicht zurückkehren, weil ihre Heimat nicht mehr existiert. Ich verstehe das Gefühl dieser Art. Aber ich teile diese Ansicht nicht, sie ist wohl nicht begründet. Wir können unsere Erfahrungen, Bräuche und Kultur unabhängig vom Aufenthaltsort untereinander austauschen. Vor Jahren kam nach Warschau ein dreißigjähriger Priester aus Argentinien. Das war sein erster Besuch in Polen. Seine Eltern wurden 1940 vom Grenzland nach Sibirien hinausgeführt. Sie trafen sich in Busuluk, als sich damals dort die polnische Armee bildete. Mit der General-Anders-Armee verließen sie die Sowjetunion. Sie marschierten viele Länder durch, nach 1945 heirateten sie in Neapel. Nach ein paar Jahren wanderten sie nach Argentinien aus. Der Sohn sprach einwandfreies Polnisch. Er erzählte, dass er alle polnischen Bräuche kennt und sie pflegt. Als wir ihn fragten, wie das möglich sein kann, sagte er: weil Polen in unserem Haus ist. Nicht nur im Haus sondern im Herzen.

Darauf muss man die in der ganzen Welt zerstreuten Menschen aufmerksam machen, das muss man immer merken. Und das wünsche ich !

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